Permakultur-Zonen Z1 bis Z5 — für den Hobby-Garten erklärt
Bill Mollison hat die Zonen für Selbstversorger-Höfe erfunden. Auch im 200-m²-Garten lohnen sie sich — als Faustregel was wo hingehört und wie viel Pflege du wo erwartest.

Permakultur-Zonen sind eines der ältesten und praktischsten Konzepte der Bewegung — entwickelt von Bill Mollison und David Holmgren in den 1970ern. Im Kern ist es eine Faustregel für die Frage: was kommt wo hin?
Die Grundidee
Je näher etwas am Haus ist, desto öfter besuchst du es. Je öfter du es besuchst, desto höher kann die Pflege-Intensität sein und desto spontaner die Ernte. Daraus ergeben sich 5 Zonen — von der intensiv gepflegten Hausnähe bis zum Wildrand.
Zone 1 — Hausnähe
Distanz: 0–10 m vom Haus
Pflege: täglich
Hier kommen Sachen hin die du oft brauchst: Küchenkräuter, Salate, Pflücksalate, kleine Spinat-/Mangold-Pflanzungen, Schnitt- kräuter. Hochbeete sind ideal — bequem zu bewirtschaften, optisch Teil der Wohnumgebung.
Gärtner-Logik: wenn du beim Kochen 5 Petersilien- stiele brauchst, sollst du nicht 50 m durch den Garten laufen.
Zone 2 — Hauptgemüsegarten
Distanz: 10–30 m
Pflege: wöchentlich bis täglich
Das Herz des Gemüsegartens. Hier laufen die Rotationsbeete für Tomaten, Bohnen, Kürbis, Kohl, Wurzelgemüse. Auch das Gewächshaus gehört in Zone 2 — du musst regelmäßig lüften, gießen, ernten.
Pflanzgruppen mit ähnlicher Pflege werden zusammengelegt (Mischkultur-Gilden A bis D im Gartenplaner). Wegesystem so anlegen dass kein Beet mehr als 2 Schritte vom Hauptweg entfernt ist.
Zone 3 — Lagergemüse + Selbstversorgung
Distanz: 30–100 m
Pflege: monatlich
Sachen die du einmal pflanzt und einmal erntest: Kartoffeln, Pflanzeimer-Mais, Speicherkürbis, Lagerzwiebeln, Knoblauch. Auch Streuobst beginnt hier (Apfel, Birne, Pflaume).
Im kleinen Hobby-Garten unter 300 m² verschwimmt Zone 3 oft mit Zone 2. Im Selbstversorger-Hof ist sie der eigentliche Brot-und- Butter-Bereich.
Zone 4 — halbwilder Bereich
Distanz: 100 m+
Pflege: jährlich
Beerensträucher, Wildobst, Walnuss, mehrjährige Stauden die sich selbst erhalten. Hier wird wenig eingegriffen — Mulchen und Mähen reichen.
Im Hobby-Garten unter 1000 m² eher symbolisch. Aber das Konzept ist nützlich: eine Ecke des Gartens darf "halbwild" sein.
Zone 5 — Wildnis
Distanz: äußerster Rand
Pflege: keine
Zone 5 bleibt unkultiviert. Refugium für Wildtiere, Insekten, Pilze, Wildkräuter. Selbst auf kleinen Grundstücken sollte ein Stück Zone 5 da sein — eine wilde Hecke, ein Totholzhaufen, eine Brennnessel-Ecke. Das ist nicht "vernachlässigt" sondern bewusst.
Aus Zone 5 kommen wertvolle Dienste: Bestäuber, natürliche Schädlingsbekämpfer (Marienkäfer, Igel, Vögel), Wildkräuter die im Boden lebendig halten.
Im Hobby-Garten ankommen
Im 200-m²-Garten haben die Zonen eher praktische als räumliche Bedeutung. Faustregel:
- 10 % Z1 — Hochbeet hausnah, Kräuter, Salate
- 40 % Z2 — Hauptbeete, Gewächshaus, Rotation
- 30 % Z3 — Kartoffeln, Pflanzeimer, Lagergemüse, Obstbaum
- 10 % Z4 — Beerensträucher, Wildobst, ggf. Komposthaufen
- 10 % Z5 — wilde Ecke, Totholz, ungemähter Rand
Im Gartenplaner
Der Gartenplaner nutzt die Zonen automatisch — die Karte zeigt dein Grundstück mit Z1-Z5-Ringen ausgehend vom Haus-Pin. Infrastruktur wird zonenrichtig platziert: Hochbeete nach Z1, Rotationsbeete + Gewächshaus nach Z2, Kartoffel- Pflanzeimer nach Z3, Streuobst nach Z4. Den Haus-Pin kannst du verschieben — die Zonen rechnen sich neu.
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